Bericht über Agrartag der Raiffeisenbank Bad Kötzting eG am 16.02.2017

Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Bauernverband, Gesch.st. Cham statt.

Die Landwirtschaft steht vor neuen Herausforderungen: Nach der Krise des Milchpreisverfalls folgt nun die Debatte um das Tierwohl.

Die Debatte um das Tierwohl wird im Moment angeschürt durch die Plakatkampagnen der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks.

Der 4. Agrartag der Raiffeisenbank Bad Kötzting eG, veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Bauernverband (BBV), Geschäftsstelle Cham, bot Fakten dazu anstatt von billiger Meinungsmache und versuchte, den Landwirten in der Region Mut zu machen für Ihren Weg in die Zukunft.

Voll besetzt war der Saal des Haus des Gastes am 16.02.2017, als Michael Wurm (Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Bad Kötzting eG), den 4. Agrartag eröffnete und in die Themen des Abends einführte.

Er griff vor allem die Diskussion um das Thema Tierwohl auf und stellte die Frage in den Raum, was eine Tierwohl-Initiative in Deutschland bringe, wenn anderswo Agrarprodukte zu anderen Bedingungen günstiger produziert werden können.

„Die Landwirtschaft steht am Pranger“, so BBV-Kreisobmann Josef Wutz. Sie werde, gerade im Wahljahr 2017, benutzt, um Stimmung in der Politik zu machen. Derzeit gebe es eine Vielzahl von Konzepten zur Tierhaltung. Damit werde der Eindruck erweckt, dass die bisherige Agrarpolitik umgeschichet werden müsse.


Prof. Dr. Klaus Josef Lutz
, seit 2000 Vorstandsvorsitzender der BayWa AG, sprach über die globalen Agrarmärkte und die Bedeutung für die heimische Landwirtschaft. Er legte Fakten auf den Tisch, sprach in Bezug auf das Thema Tierwohl und die Bauernregel-Kampagne von einer Diskreditierung und Disqualifizierung eines ganzen Berufsstandes.

Fakt ist lt. Prof. Lutz, dass die Landwirtschaft ein fundamentales Imageproblem habe. Realität sei, dass 850 Mio. Menschen hungern, die Weltbevölkerung weiter wachsen werde auf geschätzte 9,9 Mrd. im Jahr 2050, die es dann auch zu ernähren gilt.

Die Landwirte leiden unter massivem internationalem Produktivitätsdruck. Als das Thema der Zukunft sieht Prof. Lutz die digitale Revolution. Es gelte, das Produktionsvolumen zu erhöhen durch den Einsatz von effektiver Technik.

Hier zeigt sich der Spalt zwischen Politik und Realität: Eine Gefährdung der heimischen Landwirtschaft bestehe durch fehlende Exportmöglichkeiten.


Der 2. Referent des Abends, der Landwirt und landwirtschaftliche Unternehmer-Trainer Uli Ernst aus Utting am Ammersee stellte seinen Vortrag unter das Thema „Erfolgreich und motiviert in schwierigen Zeiten“.

Der Erfolg des Unternehmers hänge von zwei Faktoren ab: vom Betrieb und vor allem von der Person. Hier führte er als ausschlaggebend die fachlichen und vor allen Dingen die persönlichen Fähigkeiten aus.

Nach der Vorstellung der acht Disziplinen des Erfolgs riet er den Landwirten nach Krisen den Blick nach vorne zu richten und frühzeitig nach Chancen zu suchen.

Er rief die Landwirte zur Öffentlichkeitsarbeit auf: „Wir müssen uns den Verbraucher zum Freund machen“.


Nach diesem gelungenen Abend lud die Raiffeisenbank Bad Kötzting eG noch zu einem Imbiss im Foyer des Haus des Gastes auf. Die Landwirte nutzten diese Gelegenheit auch, um den Abend noch bei interessanten Gesprächen Revue passieren zu lassen.

 

Bild v.l.n.r.: Kreisbäuerin Johanna Fischer, Stv. BBV-Kreisobmann Heinrich Wieser, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Bad Kötzting eG Michael Wurm, Vorst.Vorsitzender der BayWa AG Prof. Dr. KIaus Josef Lutz, Landw. Unternehmertrainer Uli Ernst, Vorsitzender der Raiffeisenbank Bad Kötzting eG Reinhard Stahl, BBV-Kreisgeschäftsführer Franz Kerscher und BBV-Kreisobmann Josef Wutz.

Eindrücke vom Agrartag 2017: